An unsere Aktionärinnen und Aktionäre

Markus Brütsch
Verwaltungsratspräsident
Geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre
Im Geschäftsjahr 2025 haben wir unsere strategischen Initiativen konsequent weiterverfolgt und damit sowohl die Profitabilität von Precious Woods verbessert als auch die Basis für kurzfristig realisierbare Projekte geschaffen. Allerdings waren die Herausforderungen im Geschäftsjahr vielfältiger als angenommen. Die geopolitische Lage blieb angespannt und die erwartete wirtschaftliche Erholung blieb aus. Neben den anhaltenden logistischen Schwierigkeiten belasteten zusätzliche politische Unsicherheiten an beiden Standorten das Geschäft. In der Folge ging der Umsatz im Berichtsjahr zurück.
Positives Betriebsergebnis (EBITDA) - Umsatzrückgang
Der Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2025 belief sich auf EUR 44.6 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von 6.5 %. Der Markt hatte sich nicht so erholt, wie von uns prognostiziert. Durch unsere Produktionsplanung konnten wir die Kosten allerdings reduzieren und so dennoch das Betriebsergebnis verbessern. Insgesamt erwirtschafteten wir ein positives Betriebsergebnis (EBITDA) von EUR 4.2 Millionen, was einer Marge von 9.4 % entspricht. Auch wenn sich die Wirtschaftslage im Jahresverlauf nicht wesentlich veränderte, verfügten wir jederzeit über einen ausreichenden Auftragsbestand in beiden Operationen. Dies nicht zuletzt, weil wir das Erntevolumen reduziert und den Fokus auf die gängigen Holzarten gelegt haben. Das Preisniveau blieb praktisch unverändert. Einzig der Produktemix trug zu höheren durchschnittlichen Schnittholzpreisen bei. Einen positiven Beitrag leisteten ebenfalls die Projekte, die nicht zum Kerngeschäft gehören, aber zu unserer Kompetenz zählen, namentlich die Aufforstung degradierter Flächen. Hier unterhielten wir Projekte in Gabun wie auch in Brasilien. Wir arbeiten daran, diese Serviceleistungen weiter auszubauen.
Tropenhölzer im geopolitischen Umfeld
Im Jahr 2025 stand der globale Holzhandel, und insbesondere der Tropenholzsektor, unter dem massiven Einfluss neuer regulatorischer Hürden und einer Verschiebung der globalen Handelsströme. Während der Sektor als Teil der Bioökonomie wachsen möchte, bremsen geopolitische Spannungen und strenge Umweltschutzvorgaben das operative Geschäft. Für den Tropenholzhandel war 2025 das Schicksalsjahr im Zusammenhang mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Obwohl Ende 2025 eine einjährige Verschiebung der strengen Durchsetzungsregeln beschlossen wurde, prägte die Vorbereitung darauf den gesamten Markt. In der Folge befindet sich der Tropenholzhandel weiter in einer Phase der Konsolidierung. Importeure müssen nun lückenlos nachweisen, dass ihr Holz nicht von nach 2020 entwaldeten Flächen stammt. Nur Unternehmen mit kontrollierten Lieferketten und zertifizierten Quellen (FSC/PEFC) bleiben im westlichen Markt wettbewerbsfähig. Precious Woods gehört zweifellos zu diesen Unternehmen. Jedoch hat sich der Fokus von Konsumenten massiv in Richtung lokales Holz verschoben, um geopolitische Risiken in der Lieferkette zu minimieren. Dies beeinträchtigt die Akquisition von Neukunden. Glücklicherweise schätzen unsere bestehenden Kunden die Vorteile von Tropenhölzern im Einsatz und uns als verlässlichen Partner. Somit verfügen wir über eine gute Kundenbasis. Allerdings benötigen wir neue Markterschliessungen, um unsere Wachstumsziele zu erfüllen.
UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien
Die 30. UN-Klimakonferenz COP30 fand vom 10. bis 21. November 2025 in Belém, Brasilien, statt. Die Ergebnisse werden insgesamt als gemischt bewertet. Während Fortschritte bei der Klimaanpassung und dem Waldschutz erzielt wurden, blieb ein konkreter Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen aus. Es wurde ein neuer Regenwaldfonds initiiert, um den Schutz tropischer Wälder finanziell zu unterstützen. Der Regenwaldfonds trägt den Namen Tropical Forests Forever Facility (TFFF). Er gilt als eines der ambitioniertesten Ergebnisse der Konferenz und verfolgt ein neuartiges Finanzierungsmodell, um den Schutz tropischer Wälder wirtschaftlich attraktiver zu machen als deren Abholzung. Der TFFF ist als dauerhafter Investmentfonds konzipiert, der nicht auf einmaligen Spenden, sondern auf Kapitalanlagen basiert. Angestrebt wird ein Fondsvolumen von insgesamt 125 Milliarden US-Dollar. Zum Start wurden bereits über 5.5 Milliarden US-Dollar an Zusagen mobilisiert. Das Fondskapital wird sicher angelegt (erwartete jährliche Rendite: ca. 4–5 %). Die Erträge daraus werden an Länder ausgezahlt, die ihre Regenwälder nachweislich schützen. Teilnehmende Länder erhalten jährlich USD 4 pro Hektar erhaltenem Wald. Der Fonds richtet sich an ca. 70 Länder mit Tropenwäldern im globalen Süden. Ein zentraler Punkt ist, dass mindestens 20 % der Gelder direkt an indigene Völker und lokale Gemeinschaften fliessen sollen. Es ist leider einmal mehr nicht gelungen, die nachhaltige Forstwirtschaft als Instrument zum Erhalt des Regenwaldes zu positionieren. Somit dürften der Privatwirtschaft keine Gelder aus diesen Ausschüttungen zufliessen. Indirekt könnten wir durch günstigere Konzessionsbedingungen profitieren. Generell müssen wir abwarten, wie sich dieser Fonds entwickelt und wie die Erträge alloziert werden.
Hohe Eigenkapitalquote
Nach der Kapitalerhöhung Ende 2024 liegt die Eigenkapitalquote bei 90% in der Holding und 58% auf konsolidierter Basis, was auch im internationalen Branchenvergleich ein hoher Wert ist. Nachdem sich die Wirtschaft nicht so erholte, wie wir erwarteten, gestaltete sich auch die Neuaufnahme von Darlehen zugunsten unserer Betriebsmittel und kleinerer Projekte schwieriger. In Brasilien erhielten wir für Ersatzinvestitionen Kredite zugesprochen, die allerdings sehr teuer sind. In Gabun haben sich die Finanzierungsverhandlungen erschwert, da das Land selbst hoch verschuldet ist und die Unternehmen aufgrund der von der Regierung ergriffenen Massnahmen zunehmend unter Druck geraten sind. Um unsere Zukunftsinvestitionen zu finanzieren, arbeiten wir weiter an der Aufnahme neuer Darlehen.
Ausblick und Dank
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnen wir aufgrund der geopolitischen Lage mit keiner wesentlichen Erholung. Der Markt, den wir sehr eng verfolgen, ist nach wie vor verhalten. Wir sehen allerdings Möglichkeiten, mit einer grösseren Angebotsbreite Umsatz dazuzugewinnen. Kleinere Anpassungen zugunsten der Produktivität und weitere Kosteneinsparungen werden wir nach Möglichkeit durchführen. Einige Projekte werden lanciert, diese werden sich jedoch frühestens im Geschäftsergebnis 2027 auswirken. Insgesamt erwarten wir für 2026 ein positives Betriebsergebnis und ein stark verbessertes Nettoergebnis. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Situation ist eine konkrete Guidance nicht möglich. Precious Woods kann auf langjährige und engagierte Mitarbeitende in der gesamten Gruppe zählen. Diese sind der wichtigste Bestandteil und Garant für unseren Erfolg. Ohne den enormen Einsatz des gesamten Teams und all der Fach- und Führungskräfte wäre die anspruchsvolle Aufgabe unserer Unternehmung nicht zu bewältigen. Im Namen des Verwaltungsrates danke ich deshalb all unseren Mitarbeitenden sowie dem lokalen und dem Gruppenmanagement für ihren ausserordentlichen Einsatz in diesen schwierigen Zeiten, die mehr Engagement denn je erfordern und auf das wir stets zählen konnten und können. Ebenfalls bedanke ich mich bei meinen Kollegen im Verwaltungsrat für die fachkundigen, kritischen und konstruktiven Beiträge und Diskussionen. Im Namen des gesamten Verwaltungsrates und unserer Mitarbeitenden danken wir Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihre Geduld und Verbundenheit mit unserer Unternehmung und dafür, dass Sie unsere Tätigkeit und unser Engagement weiterhin unterstützen, begleiten und fördern.
Herzlichst, Ihr

Markus Brütsch
Verwaltungsratspräsident