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2. Finanzielles Risiko­management

Im normalen Ge­schäfts­gang ist die Gruppe Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und Kreditrisiken ausgesetzt.

Das finanzielle Risiko­management von Precious Woods zielt darauf ab, potenziell negative Auswirkungen auf die Finanzlage der Gruppe auf ein Minimum zu reduzieren.

Das Risiko­management erfolgt durch die Finanzabteilung der Gruppe unter Bedingungen, die von Verwaltungsrat und Gruppenleitung genehmigt sind. Die Gruppenleitung entscheidet in speziellen Situationen, wie zum Beispiel bei Währungsrisiken, von Fall zu Fall.

Marktrisiko

Das Marktrisiko beinhaltet das Zinsänderungsrisiko, das Währungsrisiko und das Aktienkursrisiko.

Zinsänderungsrisiko

Die Gruppe verfügt über keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte. Das Zinssatzrisiko entsteht im Zusammenhang mit Darlehen. Darlehen mit variabler Verzinsung setzen die Gruppe einem zinsbedingten Geldflussrisiko aus.

Die Geschäftsleitung setzt sich zum Ziel, Darlehen mit festverzinslichen Instrumenten abzudecken. Es bestand kein wesentliches, variabel verzinsliches Darlehen – weder per 31. Dezember 2020 noch per 31. Dezember 2021.

Währungsrisiko

Die Gruppe ist international tätig und aufgrund verschiedener Fremdwährungsposten Währungsrisiken ausgesetzt. Der XAF ist fix an den EUR gebunden. Die Verkäufe aus Gabun werden grossteils in EUR getätigt und alle Kosten fallen in XAF an. In Brasilien sind die Verkäufe in EUR und USD, die Kosten fallen in BRL an. Hier ist das Währungsrisiko für den Einzel­abschluss gegeben. Fremdwährungsrisiken entstehen, wenn die Nominalwährung von künftigen Handelsgeschäften oder bilanzierten Aktiven oder Passiven nicht der funktionalen Währung der Gesellschaft entsprechen. Die Nominalwährungen der Darlehen der Gruppe sind CHF, BRL, EUR und XAF.

Um Fremdwährungsrisiken von künftigen Handelsgeschäften zu steuern, kann die Gruppe Termingeschäfte verwenden, die von der zentralen Finanzabteilung abgewickelt werden. Die Gruppe hat dieses Instrument in den vergangenen zwei Jahren nicht genutzt.

Die Sensitivitätsanalyse basiert auf der Risikosituation am 31. Dezember und auf Annahmen, die von der Geschäfts­leitung als angemessen erachtet wurden. Sie zeigt den Einfluss auf den Gewinn oder Verlust vor Steuern sowie auf das Eigenkapital. Für die Festlegung der zu erwartenden Veränderungen verwendete die Gruppe historische Volatilitäten der Währungspaare.

Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse fasst die Währungsrisiken zusammen, denen die Hauptwährungen der Bilanzpositionen per 31. Dezember ausgesetzt sind.

    31.12.21   31.12.21   31.12.21   31.12.20   31.12.20   31.12.20
in Tausend EUR   Mögliche
Veränderung
  «Auswirkung» auf
Gewinn oder Ver-
lust vor Steuern
  «Auswirkung»
auf Eigenkapital
  Mögliche
Veränderung
  «Auswirkung» auf
Gewinn oder Ver-
lust vor Steuern
  «Auswirkung»
auf Eigenkapital
EUR/CHF   +/–10%   +/–123   +/–2 164   +/–10%   +/–224   +/–2 161
USD/CHF   +/–10%   +/–40   +/–976   +/–10%   +/–62   +/–902
USD/BRL   +/–15%   +/–7   +/–507   +/–15%   +/–42   +/–508
BRL/CHF   +/–15%   +/–0   +/–4 572   +/–15%   +/–0   +/–4 355
BRL/EUR   +/–15%   +/–15   +/–0   +/–15%   +/–0   +/–0
XAF/CHF   +/–10%   +/–51   +/–1 742   +/–10%   +/–56   +/–1 654
Preisrisiko

Die Gruppe ist Preisrisiken in Bezug auf von der Gruppe gehaltenen nicht kotierten Beteiligungen ausgesetzt, die in der Gesamtergebnisrechnung (at Fair Value through OCI) bilanziert sind. Details zu den Risiken siehe Anmerkung 14.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisikomanagement erfolgt zentral am Hauptsitz und wird mit Hilfe von Cashflow-Prognosen überwacht. Die Tochtergesellschaften liefern dazu regelmässig Prognosen zum erwarteten Geldzufluss und Geldabfluss. Überschüssige Geldmittel werden in von der Holding geführten Konten zusammengelegt. Geldmittelbedarf wird in der Regel durch die Holding gedeckt. Verzinsliche Darlehen werden von der Verwaltung der Gruppe zentral aufgenommen. Die Gruppe ist bestrebt, Liquiditätsrisiken mit ausreichend flüssigen Mitteln und Kreditfazilitäten zu vermindern.

Die nachfolgende Tabelle enthält die verbleibenden vertraglichen Laufzeiten für Finanzverbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente.

in Tausend EUR   Weniger als 1 Jahr   1 bis 2 Jahre   Über 2 Jahre   Total
31. Dezember 2021                
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten   16 582       16 582
Leasingverbindlichkeiten   913   548   341   1 802
Darlehen, Zins- und Rechtsverbindlichkeiten   32 508   9 767   363   42 638
Finanzverbindlichkeiten   50 003   10 315   704   61 022
in Tausend EUR   Weniger als 1 Jahr   1 bis 2 Jahre   Über 2 Jahre   Total
31. Dezember 2020                
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten   14 803       14 803
Leasingverbindlichkeiten   1 108   639   602   2 350
Darlehen, Zins- und Rechtsverbindlichkeiten   4 294   30 140   7 904   42 338
Finanzverbindlichkeiten   20 206   30 779   8 507   59 491
Unsicherheit bezüglich der Rückzahlung von Darlehensverbindlichkeiten

Per 31. Dezember 2022 sind Darlehensverbindlichkeiten inklusive aufgelaufener Zinsen in Höhe von insgesamt CHF 26 Millionen zur Rückzahlung fällig. Das Darlehen ist durch verpfändete Landtitel im Besitz einer Tochtergesellschaft gesichert. Das Unternehmen ist in Gesprächen, um den bestehenden Vertrag zu verlängern und plant gleichzeitig, ihn durch die Aufnahme neuer liquider Mittel zu tilgen. Da zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Verträge abgeschlossen sind, besteht Unsicherheit über die erfolgreiche Refinanzierung dieser Darlehensverbindlichkeit zur Fälligkeit. Sollte die Refinanzierung nicht rechtzeitig erfolgen können, besteht die Möglichkeit der Übertragung von Landtiteln in Brasilien, um die Schulden zu begleichen.

Kreditrisiko

Das Kreditrisikomanagement erfolgt auf Gruppenebene. Kreditrisiken können auf flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente, Guthaben bei Banken und Finanzinstituten sowie Kreditrisiken aus Beziehungen zu Gross- und Einzelhandelskunden bestehen, inklusive ausstehende Forderungen und vereinbarte Transaktionen.

Bei Banken und Finanzinstituten wird in der Regel ein von unabhängiger Stelle vergebenes minimales Rating «A» akzeptiert. Der wichtigste Bankpartner, mit dem die Gruppe Beziehungen pflegt, besitzt das Rating «A+». Die meisten Verkäufe erfolgen über CAD (Cash Against Documents) oder L/C (Letter of Credit). Falls dies nicht der Fall ist und die Kunden ein von unabhängiger Stelle vergebenes Rating besitzen, wird dieses Rating verwendet. Die Gruppe hat Richtlinien zur Verminderung des Kreditrisikos und der Überwachung der Kunden erarbeitet. Kunden, die Geschäfte auf Kredit abwickeln möchten, durchlaufen einen Kreditverifizierungsprozess. Zusätzlich werden die Forderungen laufend überwacht. Das maximale Risiko entspricht dem Buchwert jedes finanziellen Guthabens. Die Gruppe überwacht deshalb die Forderungen einzelner Kunden eher bezüglich Fälligkeit der Zahlung als bezüglich Tage ab Rechnungsstellung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht keine Konzentration von Kreditrisiken. Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste werden individuell und kollektiv vorgenommen. Eine individuelle Wertberichtigung wird dann vorgenommen, wenn ein Kunde einen fälligen Betrag bestreitet oder wenn weitere Schritte eingeleitet wurden, um die überfällige Forderung einzutreiben. Auf allen anderen Forderungen wird eine kollektive Wertberichtigung vorgenommen, basierend auf Grundlage von Erfahrungswerten, bereinigt um vorausschauende Faktoren, die spezifisch sind für die Schuldner und das wirtschaftliche Umfeld. Für detaillierte Informationen siehe Anmerkung 17.

Kapitalbewirtschaftung

Bei der Kapitalbewirtschaftung achtet die Precious Woods Gruppe darauf, dass die Weiterführung der operativen Tätigkeit des Konzerns gewährleistet ist und die Bilanzstruktur unter Berücksichtigung der Kapitalkosten optimiert werden kann. Um diese Ziele zu erreichen, gibt die Gruppe neue Aktien aus, oder veräussert Vermögenswerte zum Schuldenabbau. Mittelfristiges Ziel der Gruppe ist eine Eigenkapitalquote von > 40 %. Per 31. Dezember 2021 erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 38 %, von 36 % in 2020. Die Eigenkapitalquote der Gruppe vergleicht das gesamte Eigenkapital mit den in der konsolidierten Bilanz ausgewiesenen Gesamtvermögenswerten. Als Kapital gilt das Aktienkapital der Aktionäre der Precious Woods Holding. Das Kapitalmanagement der Gruppe hat sich im Berichtsjahr nicht geändert.

Garantien und verpfändete Aktiven

Per 31. Dezember 2021 hat die Gruppe folgende Vermögenswerte verpfändet:

  • Land EUR 25.1 Millionen
  • Maschinen und Fahrzeuge EUR 1.5 Millionen
  • Geleaste Maschinen und Fahrzeuge EUR 5.8 Millionen

Per 31. Dezember 2020 hatte die Gruppe folgende Vermögenswerte verpfändet:

  • Land EUR 24.0 Millionen
  • Maschinen und Fahrzeuge EUR 1.5 Millionen
  • Geleaste Maschinen und Fahrzeuge EUR 5.1 Millionen