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Operative Erfolge trotz Erschwernissen

Das Erntevolumen lag 2021 bei 233 700 m3, was eine Reduktion von 6.6 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet (Vorjahr: 250 100 m3). Der beträchtliche Lagerbestand an Rundholz liess zu, das Erntevolumen zu reduzieren. In einer der drei aktuellen Erntezonen befindet sich vor allem das Hartholz Azobé. Für diese Holzart errichteten wir im Jahr 2020 ein spezialisiertes Sägewerk. Dieser Azobé-Standort ist erschwert zugänglich und wir konnten nicht die gesamte Menge zeitgerecht ernten. In den Sägewerken in Bambidie wurden 149 000 m3 und damit 14.7 % mehr Rundholz verarbeitet. Die Schnittholzproduktion betrug 53 500 m3 (Vorjahr: 44 600 m3). Das neue Hartholzsägewerk nahm den 2-Schichtbetrieb im Februar 2021 auf, erreichte aber noch die erwartete Produktivität. Durch die höhere Ausbeute gegenüber den anderen beiden Sägewerken erhöhte sich das Produktionsvolumen signifikant.

Glücklicherweise verzeichneten wir wenig Ausfälle aufgrund der Covid-Pandemie. Die umgesetzten Vorsichtsmassnahmen und die von staatlichen Behörden durchgeführten Kontrollen halfen, die Auswirkungen in unseren Operationen gering zu halten. Allerdings litten wir wie praktisch jedes Jahr unter Beeinträchtigungen, die wir nicht beeinflussen konnten. Der Strassenzustand liess Lieferungen an den Hafen teilweise nicht zu und wir mussten im Auftrag der Regierung die Strasse selbst in Stand setzen. Die Schienenkapazität wurde ebenfalls nicht wie versprochen ausgebaut und die Kapazität von Waggons war zeitweise ungenügend. Dies auch deshalb, weil zusätzliche Möglichkeiten für benachbarte Minengesellschaften reserviert wurden. Glücklicherweise konnten wir die Rundholzversorgung unseres Furnierwerkes jederzeit sicherstellen. Aber fehlende Container, Streiks der Behörden und die niedrige Frequenz der Containerschiffe mit limitierter Kapazität für die Abfertigung im Hafen beeinträchtigten uns sehr stark. Dies führte erneut zu einem viel zu hohen Lagerbestand an Schnittholz per Jahresende. Reisebeschränkungen und Zollabfertigungen behinderten den geplanten Support der Infrastruktur, so dass sich die Revision der Sägewerke wie auch vorgesehene Schulungen enorm verzögerten. Dies hatte auch erhöhte Stillstandzeiten zur Folge.

Zurzeit erfolgt die Inventur für den neuen Forst-Managementplan für die Jahre 2025 – 2049. Dieser wird durch eine externe Dienstleistungsfirma erstellt und soll bis Ende 2023 fertig sein. Dieser Plan ist eine Grundlage für den Erhalt der Konzession. Die übrigen Anforderungen sind bereits erfüllt und wir sehen einer Sicherung der Operation mit Optimismus entgegen. Bereits 2021 haben wir begonnen, zusätzliche Baumarten zu Versuchszwecken zu ernten und zu ver­arbeiten. Was in Brasilien schon lange der Fall ist, soll zukünftig auch in Gabun praktiziert werden. Der Markt ist bereit für andere Holzarten. Und die schonende Forstwirtschaft wird damit besser unterstützt, obwohl die Erntemengen erhöht werden. Die veränderten Gabonesischen Rahmenbedingungen erfordern ebenfalls ein beschleunigtes Vorantreiben der Investitionen in die Weiterverarbeitung von Schnittholz. Die Exportsteuern wurden 2021 von 1.5 % auf 7.5 % für luft­getrocknetes Schnittholz und auf 3.0 % für ofengetrocknetes Schnittholz erhöht. Eine lokale Weiterveredelung des Schnittholzes wird damit strategisch wichtiger, auch weil sich damit die Steuersätze reduzieren.

Die Investitionen von PW Gabon im Totalbetrag von EUR 1.6 Millionen wurden für Gebäude (EUR 0.2 Millionen), Forstmaschinen (EUR 0.6 Millionen), Häuser für die Mitarbeitenden und ihre Angehörigen in Bambidie (EUR 0.1 Millionen), Fahrzeuge (EUR 0.3 Millionen) und für die Sägewerke (EUR 0.4 Millionen) verwendet.

Zu Beginn des Jahres 2021 mussten wir einige personelle Wechsel in der Führungsmannschaft in Bambidie vornehmen. Dies führte teilweise zu Engpässen, was aber durch das bestehende Management-Team gut gemeistert wurde. Ab April 2021 war die Führungsmannschaft dann wieder komplett.

Das Vorsteuerguthaben gegenüber dem Gabonesischen Staat verharrte auf demselben hohen Niveau von EUR 2.4 Millionen und bindet weiterhin Mittel. Hinzu kommt das erhöhte Waren­lager aufgrund der oben erwähnten Verschiffungs- und Abfertigungsprobleme. Wir verzeichnen aktuell einen viel zu hohen Wert des Netto-Umlaufvermögens, konnten aber die getätigten Investitionen aus dem Cash-Flow oder mit Bankkrediten von lokalen Instituten finanzieren. Jedoch blieb die Liquidität aufgrund der Umsatzverzögerungen, des erhöhten Lagerbestandes und der erhöhten Kosten aus der Betriebstätigkeit sehr angespannt. Wir gehen davon aus, dass sich die Situation in 2022 entspannen wird und hoffen, dass wir den Lagerbestand reduzieren können.